Billy Graham


Nachruf

Nachruf: Billy Graham

Billy Graham: Ein Mann am Ziel seiner Reise

Er ist angekommen. Endlich daheim bei dem, den er jahrzehntelang verkündigt hat. Billy Graham ist am 21. Februar 2018 um 07:46 Uhr (Ortszeit USA) in seinem Zuhause in Montreat, im Alter von 99 Jahren gestorben. Für uns ist das einerseits ein Grund der Trauer, denn mit dem US-amerikanischen, wohl einflussreichsten Prediger des 20. Jahrhunderts, verlieren wir einen Menschen, der vielen als Vorbild diente. Andererseits bietet sein Tod auch Gründe zur tiefen Dankbarkeit darüber, wieviele Menschen durch seine Predigten sich für ein Leben als Christ entschieden haben.

Graham wird am 7. November 1918 als Sohn eines Farmers in Charlotte (North Carolina) geboren. Bei einer Evangelisationsveranstaltung mit dem baptistischen Prediger Mordecai Ham (1877-1961) im Jahr 1934 entscheidet er sich für ein Leben mit Jesus Christus. Er studiert Theologie und lernt seine spätere Frau Ruth Bell kennen, die er 1943 heiratet. Das Paar bekommt fünf Kinder, die heute alle Verantwortung in christlichen Werken tragen. Beeindruckend: In den über 60 Ehejahren bis zu Ruths Tod im Jahr 2007 bleiben die Beiden ein vorbildliches Ehepaar. Sicherlich mögen auch einem Billy Graham wie jedem sündigen Menschen Fehler unterlaufen sein – ein Skandal wie eine Affäre sind jedoch nicht bekannt. Für einen Menschen mit solch großer Verantwortung ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Ab Ende der 1940er Jahre beginnt seine große Zeit als Evangelist: Als erster Vollzeitmitarbeiter der Organisation „Jugend für Christus“ führt er verschiedene Veranstaltungen durch, u. a. auch in Los Angeles. Ein großes Zirkuszelt dient als Verkündigungsstätte. Der junge Prediger zieht mit seinen fokussierten Predigten das Interesse auf sich. Die Evangelisation wird mehrmals auf insgesamt acht Wochen verlängert – 350.000 Besucher kamen. Ein Jahr später wird die „Billy Graham Evangelistic Association“ (BGEA) gegründet, die heute weltweit tätig ist. Graham versteht es, das Evangelium einfach und eindrücklich, mit klarem Lebensbezug und großer Leidenschaft zu predigen. 1974 initiiert Graham den Internationalen Kongress für Weltevangelisation. Führende christliche Leiter tauschten sich bei dem Treffen darüber aus, wie man am besten die Botschaft von Gottes Liebe zu den Menschen bringen kann – die Lausanner Bewegung war geboren.

Seit der Evangelisation in Los Angeles ist Graham ein Medienstar. Er wird in Talkshows eingeladen, große Magazine berichten über ihn. Keine Gelegenheit lässt er aus, um seine Überzeugungen pointiert und durchaus schlagfertig darzulegen. Legendär ist ein Auftritt in der Talkshow des US-Komikers Woody Allen im Jahr 1969 in dem Graham seinem Interviewer klar sagt, warum er mit Gott leben solle. Mir persönlich ist kein anderer Evangelist bekannt, der einerseits so selbstbewusst, gleichzeitig aber auch sympathisch und gewinnend die Menschen für die Gute Nachricht begeistern kann. Auch politisch hat er großen Einfluss: Von Harry S. Truman bis Barack Obama schätzen ihn die verschiedenen US-Präsidenten als Theologen und seelsorgerlichen Berater.

Graham versteht es die Medien optimal zu nutzen: Ob Großveranstaltungen, mit denen er über 210 Millionen Menschen erreicht, Radioprogrammen, die rund um den Globus ausgestrahlt werden oder der Zeitschrift „Entscheidung“, die in einer Gesamtauflage von 1,7 Millionen in 160 Ländern erscheint – sein Missionswerk nutzt jede Möglichkeit, um das Evangelium zu verbreiten. Heute bilden die Internetarbeit und TV-Beiträge den Schwerpunkt.

Auch für die deutsche evangelistische Bewegung hat Graham viel bewirkt: Fünf Mal wurden gemeinsam mit der Deutschen Evangelischen Allianz Großveranstaltungen organisiert. Sein letzter Auftritt in Deutschland war 1993 – bei der ersten ProChrist-Veranstaltung. Bereits seit 1963 gab es auch hier einen Ableger der BGEA. Die von diesem Zeitpunkt an wurde die Zeitschrift „Entscheidung“ vertrieben und von 2001 bis 2016 vom Verein Geschenke der Hoffnung herausgegeben, der aus dem deutschen Zweig der BGEA hervorging.

Billy Graham hinterlässt ein wertvolles Erbe, das weitaus bedeutender ist als die angehäuften Reichtümer vieler Multimilliardäre: Millionen von Menschen, die durch seine Botschaften zum lebendigen Glauben an Christus fanden. Auch nach dem Tod dieses großartigen Verkündigers geht die Arbeit weiter, beispielsweise auch im Rahmen des Projekts „Die größte Reise“ – einem kindgerechten Glaubenskurs ans Nachfolgeangebot von „Weihnachten im Schuhkarton“, an dem bereits hunderttausende Jungen und Mädchen teilgenommen haben. Es bleibt zu hoffen, dass viele Christen dem Vorbild Billy Grahams nacheifern. Nicht jeder kann und muss Massenevangelisationen abhalten – die Arbeit fängt im eigenen Umfeld an.

 

Bernd Gülker

Geschäftsführender Vorstand Geschenke der Hoffnung


TRAGEN SIE DAS ERBE WEITER

Mit „Weihnachten im Schuhkarton“, dem Glaubenskurs „Die größte Reise“ und unseren Projekten führen wir das Erbe von Billy Graham im deutschsprachigen Raum weiter: Mit höchster Professionalität bei der Umsetzung unserer Hilfsprojekte und zugleich einer klaren Fokussierung auf Auftrag und Ziel unseres Handelns, Christi Liebe und Vergebungsangebot greifbar zu machen.

Viele sagen, dass mit dem Tod Billy Grahams nun eine Ära ende. Doch er wäre wohl der erste, der sagen würde, dass nun andere hervortreten, um Jesu Botschaft weiter in die Welt zu tragen. Seien Sie ein Teil davon: Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, Menschen mit der Guten Nachricht von Jesus Christus zu erreichen.

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